Pro Kilo, pro Stück oder pauschal? Die sechs Preismodelle im Vergleich
Welches Brennkosten-Modell passt zu deinem Studio? Die sechs gängigen Modelle im direkten Vergleich, jeweils mit Zielgruppe, Haken und Aufwand.
Im großen Leitfaden zu Brennkosten haben wir die sechs gängigen Preismodelle kurz vorgestellt. Dieser Beitrag geht eine Ebene tiefer: Er vergleicht die Modelle direkt, damit du das richtige für dein Studio auswählen kannst. Für jedes Modell schauen wir auf drei Fragen: Für wen passt es? Wo ist der Haken? Und wie viel Aufwand macht es am Monatsende?
Ein Gedanke vorab, der sich durch alle Modelle zieht: Bei jedem Modell trägt jemand das Risiko für Glasur, Bruch und Ofenplatz. Die spannende Frage ist immer, ob dieses Risiko beim Studio oder bei den Mitgliedern liegt.
1. Alles inklusive
Wie es funktioniert: Ein Monatsbeitrag oder Stundenpaket, Material und Brände sind enthalten. Es wird nichts gewogen und nichts einzeln abgerechnet.
Für wen: Kursorientierte Studios und Mitgliedschaften, bei denen Einfachheit wichtiger ist als exakte Kostendeckung. Wer keine Waage neben dem Ofen möchte, ist hier richtig.
Der Haken: Das Studio trägt das gesamte Risiko. Ein Mitglied, das viel und groß brennt, kostet dich mehr, zahlt aber dasselbe. Du kalkulierst mit Durchschnitten und hoffst, dass sie stimmen.
Aufwand: Minimal. Kein Wiegen, keine Einzelposten. Dafür brauchst du eine gut gewählte Pauschale, sonst zahlst du drauf.
2. Pauschalpreis pro Gewicht
Wie es funktioniert: Ein einziger Preis pro Kilo deckt Ton, Glasuren und beide Brände ab. Gewogen wird meist einmal nach dem Schrühbrand.
Für wen: Studios, die fair nach Nutzung abrechnen wollen, aber nur eine Zahl im Kopf behalten möchten. Ein guter Mittelweg zwischen Pauschale und Detailabrechnung.
Der Haken: Das Studio trägt weiterhin das Glasur- und Platzrisiko, weil alles in einem Preis steckt. Ein Stück mit aufwändiger Glasur kostet dich mehr, bringt aber dasselbe.
Aufwand: Gering. Ein Wiegevorgang pro Stück, eine Rechnung.
3. Einfacher Kilopreis
Wie es funktioniert: Ein fester Preis pro Kilo, unabhängig von der Brennart, abgerechnet pro Brand. Ein Stück durch Schrüh- und Glasurbrand wird zweimal berechnet.
Für wen: Studios, die den Brand direkt weiterberechnen wollen und mit einem einzigen Satz auskommen. Klar und leicht zu erklären.
Der Haken: Ein Satz für alle Temperaturen bildet die tatsächlichen Energiekosten nur grob ab. Der teure Hochbrand subventioniert den günstigen Schrühbrand oder umgekehrt.
Aufwand: Gering bis mittel. Du wiegst pro Brand, nicht pro Stück, also öfter.
4. Kilopreis nach Temperatur gestaffelt
Wie es funktioniert: Der Preis richtet sich nach der Brenntemperatur, meist in zwei bis drei Stufen. Der Schrühbrand ist am günstigsten, der hohe Glasurbrand am teuersten.
Für wen: Das häufigste Modell, und für die meisten Studios die richtige Wahl. Es bildet die Energiekosten realistisch ab und wirkt für Mitglieder fair, weil teure Brände auch teurer sind.
Der Haken: Etwas mehr Erklärungsbedarf als ein einziger Satz. Dafür verteilt es die Kosten sauber und niemand fühlt sich benachteiligt.
Aufwand: Mittel. Pro Brand wiegen und die richtige Temperaturstufe zuordnen. In einer Tabelle mühsam, in einem passenden Werkzeug ein Klick.
5. Kilopreis plus getrennte Materialkosten
Wie es funktioniert: Brand und Material werden getrennt geführt und ausgewiesen, zum Beispiel neun Euro pro Kilo Brand plus fünf Euro pro Kilo Material.
Für wen: Studios, die maximale Transparenz wollen oder Material und Brand buchhalterisch trennen müssen.
Der Haken: Zwei Positionen statt einer bedeuten mehr Pflege und mehr Fragen an der Theke. Der Gewinn an Transparenz muss den Mehraufwand wert sein.
Aufwand: Mittel bis hoch. Zwei getrennte Größen pro Stück oder Mitglied.
6. Kilopreis mit intern/extern, Mindestpreis und Ausnahmen
Wie es funktioniert: Das gestaffelte Modell, erweitert um Mitglieder- und Externenpreise, Mindestpreise, Aufrundung und Sonderfälle wie Festpreise für Teller.
Für wen: Studios mit Brennservice für Externe oder mit gewachsenen Sonderregeln. Wer für Nichtmitglieder brennt, kommt an intern/extern kaum vorbei.
Der Haken: Hier verliert die Excel-Tabelle den Überblick. Jede Sonderregel ist für sich sinnvoll, in Summe wird die monatliche Abrechnung aber zur Fleißarbeit.
Aufwand: Hoch, wenn du es von Hand machst. Genau dieses Modell ist der Grund, warum viele Studios irgendwann ein Werkzeug suchen.
Welches Modell passt zu dir?
Als grobe Orientierung:
- Du gibst vor allem Kurse und willst keine Waage? Modell 1 (alles inklusive).
- Du willst fair nach Nutzung abrechnen, aber einfach bleiben? Modell 2 oder 4.
- Du suchst den bewährten Standard? Modell 4 (gestaffelt) plus Mindestpreis und Mitgliederrabatt deckt die meisten Studios ab.
- Du bietest einen Brennservice für Externe an? Modell 6 führt kein Weg vorbei.
Fang einfach an
Der häufigste Fehler ist, zu komplex zu starten. Nimm das einfachste Modell, das zu deinem Studio passt, und schalte Sonderregeln erst dazu, wenn die Realität sie verlangt. Ein Mindestpreis, weil sich Kleinstteile sonst nicht lohnen. Ein Externenpreis, weil der erste Brennservice-Kunde vor der Tür steht. Jede Regel sollte sich verdienen.
Genau so ist WheelOwl aufgebaut: Du wählst ein Grundmodell und schaltest Regeln an oder aus, jede mit ein paar Parametern. Die Abrechnung läuft dann von selbst, egal wie fein dein Modell ist.
Wenn du so weit bist, kannst du deine Preisregeln in WheelOwl abbilden.
Trag dich auf die Warteliste ein und sei bei den ersten Studios dabei.